FeedSchöpf (Peter)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Schöpf (Peter), Bildhauer, geb. 1804 zu München, wo er sich als Schüler der Akademie heranbildete. Schon seine Jugendarbeiten verrieten ein strenges Eingehen auf die Formgesetze der antiken Plastik, denen seine ernste Kunstweise sowohl in Schöpfungen der Muthologie als des Genre gerecht zu werden verstand. Er schuf in dieser Richtung zunächst einen Hirtenknaben mit einer Ziege, Dädalus und Ikarus, sowie mehrere religiöse Statuen. Völlig im Geiste seiner Vorbilder entfaltete sich sein Talent seit 1832 unter Führung Thorwaldsens in Rom, dessen begeistertster Nachfolger S. zeitlebens geblieben ist. Es entstanden eine Reihe hervorragender Marmorgebilde, ein zweiter Hirtenknabe, Odipus und die Sphinx, Sappho, eine Venus, Büsten für die Walhalla und die Ruhmeshalle bei Kelheim, das Frontispice der Glyptothek in München, Relief eines Amor, Merkur u. a. Nach den Modellen Martin Wagners führte S. Reliefs für die Walhalla aus, die Konradin-Statue Thorwaldsens für Neapel hat er vollendet. Er starb in Rom 13. Sept. 1875.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 470Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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