Meißel (frz. ciseau, engl. chisel), ein keilförmig zugespitztes Werkzeug aus Stahl, welches meist zur rohen Bearbeitung sehr widerstandsfähiger Materialien, wie Eisen und Stein, dient. In der Holzbearbeitung heißen die dem M. ähnlichen Werkzeuge Stemmeisen (s. d.). Je nach der speziellen Gebrauchsweise der M. ist der Schneidewinkel verschieden. Handelt es sich darum, von spröden Materialien Teile abzutrennen, so wählt man zweckmäßig den Winkel stumpfer als in Fällen, wo man nur das Material spalten will. Für die Metallbearbeitung kommen am häufigsten die in den nachstehenden Figuren abgebildeten Arten zur Verwendung. Fig. 1 stellt einen sog. Flach- oder Bankmeißel dar; derselbe eignet sich vorzüglich zur Beseitigung gröberer Unebenheiten, sowie zum Entfernen der harten Kruste bei Gußstücken, ehe man diese mit der Feile angreift, während der in Fig. 2 abgebildete Kreuzmeißel mit schmaler Schneide zur Abarbeitung größerer Massen, sowie zur Herstellung von Nuten dient. Der M. muß stets so lang sein, daß er bequem in einer Hand gehalten werden kann, und oben genügende Breite besitzen, damit der Hammerkopf eine hinreichend große Fläche findet, auf welche er einwirkt. Die gewöhnlichen M., welche man, da sie nur zum Bearbeiten des Metalls im kalten Zustand benutzt werden, auch unter dem Gesamtnamen Kaltmeißel zusammenfaßt, haben keinen Stiel, wohl aber die M. des Schmieds: der Schrotmeißel, welcher zur Bearbeitung heißer Eisenstücke, und der eigentliche Kaltmeißel, welcher zum Durchschlagen von Eisenstangen, Blechen u. s. w. auf dem Amboß dient. Für feinere Arbeiten, z. B. für Bildhauerei, Gravieren und Ciselieren, erhalten die M. im allgemeinen keine andere Form als die in den Abbildungen gegebenen; nur werden für dieselben andere Dimensionen angenommen.