Meßrad ist eine Vorrichtung zum Messen von Längen oder Wegstrecken, welche auf dem Fortrollen eines Rades bestimmter Höhe auf der zu ermittelnden Strecke beruht. Das Verfahren heißt die Radmessung im Gegensatz zur Stabmessung (mittels Maßstäbe, s. d.). Die Zahl der Umdrehungen multipliziert mit dem Umfang des Rades ergibt die Länge der durchlaufenen Strecke. Es kommt darauf an, mit dem Rade ein bequemes Zählwerk zu verbinden, worauf sich die Wegelängen unmittelbar ablesen lassen. Bei der ersten Grad⸗ „messung (s. d.) in Frankreich 1525 durch den Arzt eFernel wurde bereits vom M. Gebrauch gemacht, „ebenso später vom österr. Kapitän J. Chr. Müller (gest. 1722) bei seiner Vermessung von Mähren. In neuerer Zeit sind vollkommenere Konstruktionen entstanden, so von Wittmann und von Steinheil, beide in München. Das M. hat indes wenig Aussicht, die Stabmessung zu verdrängen, da die Messung mit dem M. das Resultat nicht in der Projektion ergibt, in unebenem Terrain also erhebliche Fehler erzeugt werden. Dem kann nur durch Anlage von horizontalen Schienengleisen auf der Basislinie abgeholfen werden. Der Mechaniker Sprenger in Berlin hat M. zum Abmessen von Entfernungen auf Karten konstruiert, die sehr praktisch sind und womit man auch gekrümmte Wege leicht ausmessen kann. — Die Idee des M. ist in neuerer Zeit mehrfach ausgenutzt worden, um an Droschkenfuhrwerken Einrichtungen zu schaffen, mittels welcher sich die durchlaufenen Wegestrecken ablesen und darnach die Fahrpreise bemessen lassen; bis jetzt hat sich aber keine derartige Konstruktion dauernd Bahn gebrochen.