Modell heißt im allgemeinen jede Darstellung eines Gegenstandes, welcher schon ausgeführt ist oder erst ausgeführt werden soll, in verjüngtem Maßstabe. In der Baukunst nennt man M. eine in kleinerm Maßstabe ausgeführte Skizze zu einem Gebäude oder einer Maschine oder eine verkleinerte Kopie davon. M. vorhandener Gebäude aus Holz, Kork, Gips, Stein und von Maschinen und Maschinenteilen, architektonischen Konstruktionen, wie Dächern, Gewölben u. s. w., fertigt man zum Zweck des Unterrichts, und M. für auszuführende Gebäude, um eine klarere übersicht über die projektierten Dispositionen und die Gesamtwirkung des Ganzen zu erlangen, als solches durch Zeichnung möglich ist. Alte M., z. B. zur Peterskirche in Rom, zum Rathause in Augsburg, von nürnberger Privathäusern u. s. w., sind noch heute erhalten. In der Plastik heißt M. das vom Künstler aus Thon, Wachs oder Gips, wohl auch aus Holz gefertigte Kunstwerk, welches als solches noch nicht fertig ist, sondern nur als Vorbild zur Ausführung in Marmor, Sandstein, Bronze, Eisen etc. dient. Endlich heißen M. auch diejenigen Individuen, an denen die Bildhauer und Maler ihre Studien machen.