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GeschichteBrockhaus 1882

Samuel, der letzte der sog. Richter der Hebräer. Seine Mutter Hanna hatte ihn nach langer unfruchtbarer Ehe ihrem Gatten Elkana geboren und 1aus Dankbarkeit dem Dienste Jahves geweiht. Im rTempel zu Silo unter der Obhut des Priesters Eli erzogen, wurde er nach dessen Tode als sein Nachfolger im Richteramte und Priestertum anerkannt. Obwohl nicht aus priesterlichem Geschlecht, ward S. doch der Wiederhersteller des arg zerrütteten Kultus und in einer Zeit polit. Erniedrigung der Retter der Nation. Als gottbegeisterter Pro910 und siegreicher Heerführer der angesehenste Mann seines Volks, hat er zur Befestigung der israel. Staatseinheit wesentlich beigetragen, beschleunigte aber ebendadurch wider Willen zugleich den Übergang zu einer festen monarchischen Staatsverfassung. Vom Volke gezwungen, salbte er den siegreichen Saul zum König von Israel. Als aber Saul allmählich zum königl. Selbstbewußtsein herangereift, sich die Vormundschaft Ses nicht länger gefallen ließ, verband sich dieser mit den Unzufriedenen in Juda und salbte an Sauls Stelle den noch jungen David zum König. Den Ausgang der hieran sich schließenden innern Kämpfe erlebte er nicht mehr. Die im Alten Testament enthaltenen sog. beiden Bücher Samuelis, welche die Geschichte unter S., Saul und David im streng theokratischen Geiste erzählen, sind mehrere Jahrhunderte später geschrieben. Mit mehr Grund wird die Stiftung der Prophetenschulen auf S. zurückgeführt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 176Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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