Schamanen nennt man in der großen Tatarei und Mongolei, in einem Teile Chinas, in Sibirien und Kamtschatka die Geisterbeschwörer, die durch Zaubergesänge die Natur und die Götter beherrf chen, die Krankheiten heilen u. s. w. und zugleich als Priester und Arzte gelten. Der Name ist mit der Ausbreitung des Buddhismus in diese Regionen edrungen und kommt wahrscheinlich von dem anskrit. Worte Sramana. Die Lehre der S. ist ohne innern Zusammenhang und enthält etwa folgende Sätze. Es gibt unzählige Götter, teils erschaffene, teils unerschaffene, die zum Teil in Himmelskörpern, zum Teil in andern lebendigen oder leblosen Geschöpfen bestehen, oder durch Menschen in willkürlichen Formen gebildet sind; auch gibt es gute und böse Geister. Die Menschen dauern nach ihrem Tode in einem traurigen Zustande, der weder durch gute noch böse Handlungen sich verändern läßt, fort, ohne daß sich die Götter um sie bekümmern. Der schamanische Gottesdienst eice in Opfern, Gebeten und Gesängen. Die reichlichen Opfer und Geschenke bilden die Einkünfte der S. Vgl. Castrén, «Vorlesungen über finn. Mythologier (Petersb. 1853).