Schneider (Eulogius), fanatischer Anhänger der franz. Revolution, geb. 20. Okt. 1756 zu Wipfelt im Würzburgischen, trat in den Franziskanerorden und wurde 1786 Hofprediger des Herzogs von Württemberg, verlor aber seine Anstellung infolge einer freisinnigen Predigt über die Toleranz. Der Kurfürst von Köln, Erzherzog Maximilian Franz von Osterreich, der ihn wegen seines poetischen Talents liebte, berief ihn hierauf als Professor der griech. Litteratur nach Bonn. In dieser Zeit lieferte er eine übersetzung des Anakreon. Bei Ausbruch der Französischen Revolution begab er sich nach Straßburg, wurde 1791 Vikar des konstitutionellen Bischofs, 1792 Maire von Hagenau, dann Civilkommissar bei der Armee, endlich öffentlicher Ankläger bei dem Revolutionsgericht in Elsaß. Als solcher zog er mit der Guillotine umher und ließ zahlreiche Hinrichtungen vollziehen. Sein hochfahrendes Wesen gegen den Konventskommissar Saint-Just zog ihm endlich selbst den Untergang zu. Im Verein mit Lebas ließ ihn Saint-Just 21. Dez. 1793 verhaften und nach Paris schaffen, wo er 1. April 1794 guillotiniert wurde. Außer mehrern geistlichen Schriften hinterließ er (Gedichter (Frankf. 1790 u. öfter) und eine Abhandlung: «Die ersten Grundsätze der schönen Künster (Bonn 1790). Vgl. Heitz, Notes sur la vie et les écrits d'Euloge S. (Straßb. 1862).