FeedSchöpflin (Joh. Dan.)
ReligionBrockhaus 1882

Schöpflin (Joh. Dan.), Geschichts⸗ und Altertumsforscher, geb. 7. Sept. 1694 zu Sulzburg im Breisgau, studierte auf den Universitäten Basel und Straßburg prot. Theologie, Geschichte und Altertumskunde und erhielt an der letztern Universität 1720 die Professur der Geschichte und Beredsamkeit. Im J. 1726 bereiste er Frankreich, Italien und England. Nach seiner Rückkehr erhielt er ein Kanonikat zu St. Thomas; auch wurde er 1740 durch Ludwig XV. zum königl. Geschichtschreiber (Historiographe du Roi) ernannt. Besonders beschäftigte ihn die Geschichte des Elsasses, für die er Materialien in den Niederlanden, Deutschland und der Schweiz sammelte. Die Frucht dieser Arbeiten war seine «Alsatia illustrata (das Erläuterte Elsaßo, 2 Bde., Colmar, 1751—61). Als er den ersten Band dieses Werks dem König von Frankreich überreichte, benutzte er die Gelegenheit, für die Privilegien der prot. Universität zu Straßburg zu sprechen, und bewirkte deren Bestätigung. Als Nachtrag zu dem genannten Werke erschienen nach seinem Tode die und Alsaticarum rerum scriptoreso, deren Herausgabe der Publizist Koch besorgte. Von diesem wurde auch die Historia Zaringo-Badensisp (7 Bde., Karlsr. 1763—66) fortgesetzt, von der S. den ersten Band geliefert hatte. Von S.s übrigen Werken sind zu erwähnen die Vindiciae Celticaes (Straßb. 1754) und die Vindiciae typographicaep (Straßb. 1760). S. ist der Begründer der kurpfälz. Akademie der Wissenschaften von Mannheim und der Akademie von Brüssel. Auch war er Mitglied vieler gelehrter Gesellschaften. Er starb zu Straßburg 7. Aug. 1771. Seine Bibliothek (130000 Bände nebst vielen Handschriften) und sein Museum vermachte er der Stadt Straßburg; letzteres beschrieb Oberlin als Museum Schöpflinianum v. Beim Bombardement Straßburgs 27. Aug. 1870 gingen auch S.s Bibliothek und Sammlungen, die der Stadtbibliothek einverleibt waren, zu Grunde. In der Thomaskirche zu Straßburg ist ihm ein Denkmal errichtet worden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 470Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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