FeedSchwarzenberg (Joh., Freiherr zu)
GeschichteBrockhaus 1882

Schwarzenberg (Joh., Freiherr zu), ausgezeichnet durch die Förderung deutscher Bildung im 16. Jahrh., aus der sog. Bayrischen Linie seines Hauses, geb. 1463, wohnte den Heereszügen Maximilians I. bei und wurde dann Hofmeister der Bischöfe von Bamberg. Am bekanntesten hat er sich gemacht als Verfasser der „Bamberger Halsgerichtsordnunge von 1507, welche die Grundlage der Carolinav bildet. Gleichgroße Verdienste erwarb er sich durch seine sonstige schriftstellerische Thätigkeit, die der Verbreitung der Sittlichkeit und der klassischen Schätze des Altertums unter das Volk gewidmet war. So brachte er z. B. eine deutsche Bearbeitung von Ciceros De officiiso zu Stande. Wesentliche Dienste leistete er endlich der Verbreitung der Reformation. Er war Mitglied des unter Karl V. eingesetzten Reichsregiments, trug aber dann besonders als Rat Kasimirs und Georgs von Brandenburg zur Durchführung der Reformation in deren Landen bei. S. starb zu Nürnberg 1528. Vgl. Herrmann, Johann, Freiherr zu S.» (Lpz. 1841).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 554Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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