Seleueiden nennt man die von ihrem Ahnherrn, Seleucus J. Nikator (s. d.), genannte Herrscherfamilie des Syrischen Reichs, das unter derselben 248 Jahre (312—64) bestand. Der große fast das ganze asiat. Reich Alexanders umfassende Länderbesitz, den Seleucus J. bei seinem Tode 280 hinterlassen hatte, wurde schon unter seinem Sohne und Nachfolger Antiochus IJ. (s. d.) Soter (280—260), namentlich aber unter Antiochus II. Theos (260— 247) verringert, da sich die Parther 256 losrissen und sich auch im fernen Osten unabhängige Königreiche bildeten, namentlich das baktrische und das indische. Die Bruderkriege zwischen Seleucus II. Callinicus (247—225) und Antiochus Hierax, sowie die kurze Regierung Seleucus' III. Ceraunus (225 —223) hätten das Reich bald ins Verderben gebracht, wenn nicht die zum Teil erfolgreiche Wirksamkeit Antiochus' III. (s. d.) d. Gr. (223—187) dem syr. Einfluß neue Kraft verliehen hätte. Seleucus IV. Philopator (187174), der Usurpator Heliodor 174, vor allen die Unternehmungen Antiochus' IV. (f. d.) Epiphanes (174—164) brachten eine Periode der Zerrüttung hervor, die gleich nach dem Tode des jungen Antiochus V. Eupator (164 —162) ihren Anfang nahm. Von nun an begann während 40 Jahre ein Kampf zwischen den Kronprätendenten Demetrius I. Soter (162 — 149), Alexander Balas (150—144), Demetrius II. Nikator (149—143), Antiochus VI. Dionysos (143 — 140), nochmals Demetrius II. (140 - 130), Tryphon oder Diodotus (140—130), und zum dritten mal Demetrius II. (130 —125), welchem dann mehr oder weniger lange Zeit Antiochus VII. Sidetes (bis 121), Alexander Zebinas und Demetrius Sohn, Seleucus V., folgten. Von hier ab beherrschte niemals wieder ein S. allein Syrien. Antiochus VIII. Grypus (124 —97) mußte seine Herrschaft mit Antiochus IX. Cyzicenus (114—94) teilen. Ersterm folgte Seleucus VI. Epiphanes (97 — 93) und Antiochus' VIII. Söhne, Philipp (bis 80), Antiochus XI., Demetrius III. und Antiochus XII. (bis 85), letzterm Antiochus X. der Fromme (94 —80), dessen Witwe Selene (80). Tigranes, König von Armenien, eroberte das Reich 83 und herrschte 80—69 fast ganz unumschränkt, bis er durch Lucullus besiegt wurde. Dieser setzte als Scheinkönig Antiochus XIII. Asiaticus, Antiochus' des Frommen Sohn, ein, welcher 69—64 regierte; Pompejus eroberte 64 Syrien, welches zur röm. Provinz gemacht wurde.