Sibylle (christliche). Unter dem Namen der fabelhaften röm. Wahrsagerin S. sind eine Anzahl teils jüdischer, teils altchristlicher Schriftstücke aufbewahrt, welche als ein heidnisches Seitenstück zur hebr. Prophetie Weissagungen über die Geschichte Jsraels und des Gottesreichs, zum Teil mit deutlichen Andeutungen auf zeitgenössische Ereignisse enthielten. Von diesen angeblichen Weissagungen auf welche sich schon im 2. Jahrh. christliche Schriftteller ganz naiv beriefen, ist eine in 14 (12) Briefe dnon. Sammlung von Stücken aus sehr verschieenen Zeiten erhalten. Dieselben sind in schlechten Hexametern verfaßt und bieten der Geschichtsforschung große Schwierigkeiten dar. Sie wurden von Friedlieb (Lpz. 1852) und Alexandre (2. Aufl., 1869) herausgegeben. Untersuchungen wurden von Thorlacius, Bleek, Lücke, Hilgenfeld, Ewald, Badt, Dechent und andern veranstaltet.