Skopzenschar aus Sibirien kommen, seinen Thron in Petersburg errichten und das Weltgericht abhalten, worauf die ganze Menschheit, dur die Verschneidung geheiligt, ein ewiges glückliches Leben führen werde. Die Aufnahme in den Bund erfolgt in feierlicher Weise, und die Verschneidung kann vor oder nach der Aufnahme stattfinden. Als heilige Plätze gelten das Dorf Sosnowka und die Stadt Morschansk im Gouvernement Tambow. Wie alle Sekten wurden auch die S. unter Nikolaus hart verfolgt, und breiteten sich dadurch auch in die Moldau und Walachei aus. Doch wußten sie ihr Treiben sehr geheim zu halten und namentlich vor den Augen der Regierung zu verbergen, die erst 1869 durch den Prozeß gegen den Kaufmann Plotizyn (gest. im Dez. 1872) in Tambow, der den dortigen Polizeimeister in einer Angelegenheit der S. hatte bestechen wollen, Kenntnis von ihrer Gefährlichkeit, ihrem Reichtum und ihrer Verbreitung erlangte, und nun strenge Maßregeln gegen die Häupter derselben ergriff. Merkwürdigerweise gehören zu der S. viele reiche Kaufleute, unter andern eine beträchtliche Anzahl der Geldwechsler in Petersburg. Vgl. Nadeshdin, Forschungen über die Häresie der S.» (russ., Petersb. 1845); Pelikan, „Gerichtlich-mediz. Untersuchungen über das Skopzentum, deutsch von N. Iwanoffo (Gieß. 1876).