Sophia Alexejewna, russ. Großfürstin, die Halbschwester Peters d. Gr., geb. 7. Sept. (alt. St.) 1657, war die dritte Tochter des Zaren Alexei Michailowitsch aus dessen erster Che mit Maria Miloslawsta und maßte sich bis zu ihrem Stur durch Peter den Titel einer Zarin an. Als nämli der Zar Feodor III. Alexejewitsch bei seinem Ableben 1682 seinen damals noch unmündigen Halbbruder Peter mit bergehung des fast blödsinnigen Iwan zum Thronfolger ernannt und die Großen des Reichs jenen zum Alleinherrscher ausgerufen hatten, widersetzten sich S. und deren Vertrauter, der Minister Fürst Galyzin, dieser Wahl und erregten mit Hilfe der Strelitzen einen so gefährlichen Auf936 Sophia Dorothea (Kurprinzes ruhr, daß Peter mit seiner Mutter flüchten mußte. 8. die Herets unter der Regierung Feodors bedeutenden Einfluß gebt hatte, setzte es nun durch daß Iwan mit Peter gemeinschaftlich den Thron bestieg, während ihr selbst die Leitung der Regierung überlassen blieb. Sie herrschte nach eigener Willkür und verfolgte namentlich grausam die Familie Narischkin, aus welcher Peters Mutter stammte, und deren Anhänger. Zwar waren die Strelitzen unsichere Freunde, da sie sogar einen bedeutenden Aufstand gegen sie erregten. Doch gelang es S., derselben Herr zu werden. S. schloß 1686 den Frieden mit Polen, infolge dessen die Provinzen Smolensk und die Ukraine von den Polen an Rußland abgetreten wurden, wofür dieses ihnen Beistand gegen die krimschen Tataren verhieß. Sie sendete hierauf ihren Liebling, den Fürsten Galyzin, gegen die Tataren. Die Niederlagen aber, die dieser erlitt, untergruben ihre Autorität. Peter, von S., die nach der Alleinherrschaft trachtete, zurückgesetzt, begann offen gegen sie aufzutreten. Als er mit Eudoxia Lapuchin sich verheiratete, seit 1687 im Staatsrat Sitz und Stimme nahm und selbständiger in die Regierung eingriff, stiftete S. Sept. 1689 eine Verschwörung der Strelitzen und der unter dem Einfluß der Miloflawsty stehenden Altgläubigen gegen ihn an, die seine Thronentsagung herbeiführen sollte. Peter aber wurde zeitig genug von der Gefahr unterrichtet. Er ließ seine Halbschwester in Haft bringen und dann die meisten der Verschworenen zu Tode knuten oder nach Sibirien bringen. Der Günstling S.s, Galyzin, und dessen Sohn wurden auf Fürbitte von Peters Vertrautem Boris Galyzin in eine Provinzialstadt verbannt. Sie selbst wurde in das auf dem sog. Dewitschei-Pole (Jungfrauenfeld) liegende Kloster in Moskau gebracht, wo sie 3. Juni (alten St.) 1704 starb.