Sprudel heißt die Hauptquelle Karlsbads (s. d.), und diesem Namen entspricht vollständig das gewaltsame Hervorsprudeln des heißen Wassers aus einer Offnung der sog. Sprudeldecke. Diese Quelle entspringt mit einer Temperatur von + 58,2 R. eigentlich aus dem Granit, welcher den Thalboden bildet; doch hat sich darüber nach und nach durch blagerungen eine Decke aus Kalk (eben jene Sprudeldecke) gebildet. Die Wassermasse der Quelle beträgt jährlich ungefähr 15 Mill. Hektoliter und enthält etwa 22 Mill. Pfd. mineralischer Bestandteile aufgelöst. Diese sind vorherrschend schwefelsaures Natron, kohlensaures Natron und Chlornatrium. Außerdem aber enthält das Wasser noch kohlensauren und schwefelsauren Kalk, kohlensaure Talkerde, Strontian, Eisenorydul und Maganorydul, phosphorsaure Thon⸗ und Kalkerde, Fluorcalcium, Kieselerde, Borsäure, Lithion, Jodnakrium, Bromnatrium, Rubidium und Cäsium, sowie Spuren von Kupfer, Zinn, Antimon, Blei, Arsen, Chrom, Barium, Selen und Bor. Durch Ablagerung eines Teils des im Wasser aufgelösten kohlensauren Kalks entsteht der sog. Sprudelstein, ein dem Aragonit entsprechender Kalksinter. Diese Eigenschaft des Wassers benutzt man, um künstlich allerlei Gegenstände mit solchen durch Eisenoryd bräunlichen Steinrinden überziehen zu lassen. Im Bereiche der Sprudelschale, in einer Ausdehnung von etwa 400 m, meist am linken Ufer der Tepl entspringen noch viele warme Mineralquellen, von denen 12 künstlich gefaßt sind und ihre besondern Namen haben. Alle diese Quellen sind in Betreff der Menge und Art der mineralischen Bestandteile ganz gleich mit dem S. und von ihm nur durch den höhern oder niedrigern Wärmegrad und den zum Teil eben dadurch bedingten größern oder geringern Gehalt an kohlensaurem Gase verschieden. Die kühlste dieser Quellen (die Kaiser-Karls-Quelle) zeigt 35,7 R. In der neuesten Zeit erhielt der S. eine neue Fassung und eine Kolonnade.