Statue (lat. statua) oder Standbild heißt die plastisch dargestellte volle Gestalt eines Menschen oder eines als Mensch gedachten Wesens. Sie ist das hauptsächlichste Schaffensgebiet der Plastik (. d.). Man unterscheidet zwischen Idealstatuen und Porträtstatuen; jene sind die Darstellungen der griech.⸗röm. Göttergestalten und der christl. Heiligen oder Darstellungen freier, meist allegorischer Erfindung; diese sind die Darstellungen geschichtlicher Persönlichkeiten. Die S. als das Hauptgebiet der Plastik ist noch mehr als das Relief an die stilistischen Grundsätze der Plastik gebunden. Einfachheit, Ruhe, Größe der Auffassung und seroden Darn. für sie wegen des schweren und spröden Darstellungsmaterials geboten. Auch die Porträtstatue kann in einer Weise gebildet werden, daß sie einen dem der Idealstatue verwandten Charakter erhält; in diesem Sinne haben die Griechen vorzugsweise die Porträtplastik ausgeübt; aber selbst die Römer, welche die Porträtplastik sehr begünstigten und zu voller Durchbildung brachten, haben erst in der spätern Verfallzeit das Gesetz der idealisierenden Ruhe und Größe verletz. Eine Verbindung mehrerer S. zu einem einheitlichen ineinandergreifenden Ganzen nennt man Gruppe (s. d.).