FeedStreitaxt
Recht & StaatBrockhaus 1882

Streitaxt, Streithammer und Streitkolben sind die Benennungen verschiedener Handwaffen, deren sich die Reiterei im Mittelalter, besonders im 16. Jahrh., bediente und welche vorzüglich den Zweck hatten, durch ihr bedeutendes Gewicht beim Schlage den Harnisch des Feindes und namentlich seinen Helm zu durchdringen und den Gegner zu verwunden oder doch zu betäuben. Der eiserne Stiel aller drei Arten war nur kurz, bei der S. höchstens 0,6 m lang, beim Streitkolben am kürzesten. Der untere Teil des Stiels war zuweilen mit einem Griff, auch wol mit einer kurzen Kette versehen, um an die Hand befestigt zu werden. Der obere Teil bildete bei der S. auf der einen Seite ein beilförmiges Eisen, auf der andern eine etwas nach unten gebogene starke vierkantige Spitze; auch endete zuweilen der Stiel nach vorn in eine gerade Spitze, um als Stoßwaffe zu dienen. Beim Streithammer fiel das Beil weg und war durch einen ziemlich schweren, bald eckig, bald rund geformten kurzen Hammer ersetzt. Der Streitkolben endete oben in einen starken eisernen, eiförmig gestalteten Kopf, der entweder, wie ein Stern ausgeschnitten, mehrere Schneiden in seinem Umfange bildete oder auch mit eisernen Stacheln versehen war, und dann Morgenstern (s. d.) hieß, dessen Stiel und Kopf auch von Holz gemacht wurden; letzterer diente [dem Fußvolk als Waffe. Die Streitärte waren mitunter durch Gravierungen und eingelegtes Gold und Silber verziert. Sie werden heute noch in den Waffensammlungen als Merkwürdigkeiten gezeigt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 299Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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