Susruta gilt für den Verfasser des Ayurveda, einer systematischen Darstellung der ind. Medizin (herausg. zu Kalkutta von Srimadhu-sudhana Guyta 1835 u. 1836, von Rot ude Vidyasagara 1873, ins Lateinische übersetzt und erklärt von F. Heßler, Erlangen 1844 —55). Bei seinem ersten Bekanntwerden in Europa wurde dies Werk in das höchste Altertum versetzt, es scheint jedoch verhältnismäßig jungen Datums zu sein und gehört wahrscheinlich in die ersten Jahrhunderte des zweiten Jahrtausends n. Chr. Überhaupt ist die ind. Medizin rücksichtlich ihrer Altertümlichkeit und Originalität bei weitem überschätzt worden. Vgl. E. Haas, «über die Ursprünge der ind. Medizin mit besonderm Bezug auf S.» in der «Zeitschrift der Deutschen Morgenländ. Gesellschaft‘ (Bd. 30). Sueß (spr. Süß, Eduard), namhafter Geolog und Paläontolog und hervorragender österr. Abgeordneter, geb. zu London 20. Aug. 1831, widmete sich zu Prag und dann zu Wien dem Studium der Naturwissenschaften, wurde 1852 Assistent am Hofmineralienkabinett und 1857 zum ord. Professor der Geologie an der Universität zu Wien ernannt. Seit.1867 ist er auch ordentliches Mitglied der kaiserl. Akademie der Wissenschaften. S. hat in Fachzeitschriften eine Reihe ausgezeichneter Arbeiten veröffentlicht, welche sich namentlich auf die Stratigraphie der Alpen, auf die Organisation und Systematik der nn. Von keit⸗ auf die Geologie Italiens beziehen. Von seinen selbständigen Schriften sind zu nennen: Der Boden der Stadt Wien » (Wien 1862), Die Entstehung der Alxen⸗ (Wien 1875), „Die Zukunft des Goldes» (Wien 1877), „Das Antlitz der Erdeß (Prag u. Epz., Bd. 1, 1885). Seit 1869 Mitglied des niederosterr. Landtags und 1870—74 Mitglied des Landesausschusses und als solches mit der thatsächlichen Durchführung der neuen Volksschulgesetzgebung in Niederösterreich beschäftigt, hat S. nach dieser Richtung hin eine Reihe von pädagogischen Gutachten und Aufsätzen veröffentlicht. Im J. 1873 von dem Wahlbezirk der Stadt Wien, Leopoldstadt, in den österr. Reichsrat gewählt, gehört S. hier zur liberalen Verfassungspartei, in der er sich als einer der namhaftesten Redner bewährt hat. Als Gemeinderat der Stadt Wien (seit 1863) hatte S. hervorragenden Anteil an den die Donau und die städtische Wasserversorgung betreffenden Arbeiten. Sein Bruder Friedrich S., geb. 8. Juni 1834, Fabrikbesitzer in Wien, ist Beisißer beim Handels5es . Mitglied des osterr. Landtags und Mitglied des Reichsrats (liberal).