Tabris, s. Tebris. Tabn (Tapu) bezeichnet auf den meisten Inseln der Südsee teils die Satzung über die Heiligkeit und Unantastbarkeit gottgeweihter Gegenstände, Personen und Orte, teils die Heiligkeit und Unverletzlichkeit derselben, teils auch die mit dem Vorzuge dieser Heiligkeit ausgerüsteten Vornehmen. Vor der An: kunft der Europäer waren die Insulaner, namentlich auf den Gesellschafts- und Sandwichinseln, Sklaven des furchtbaren Tabu-Aberglaubens, der ihnen eine Menge Entbehrungen auferlegte und vielen Tausenden unschuldiger Menschen das Leben kostete. Der König war tabu, heilig und unverletzbar, und ebenso alles, was er beruhrte; daher er in kein fremdes Haus ging, weil sonst niemand es wieder hätte benutzen können. Selbst der Becher, woraus er getrunken, wurde sogleich zerstört. Aber auch die Priester sprachen das T. über Gegenstände und Orte aus, die dann niemand berühren oder betreten durfte, ja über gewisse Speisen, deren man sich dann enthalten mußte. Seitdem es indes den europ. und amerik. Missionen gelungen, dem Christentum Eingang zu verschaffen, verschwindet dieser Aberglaube mehr und mehr.