Tardien (Nicolas Henri), franz. Zeichner und Kupferstecher, geb. 18. Jan. 1674 zu Paris, erhielt Unterricht von A. Le Pautre, bis J. Audran ihn zu sich nahm und in ihm einen Nebenbuhler heranzog. T. lieferte eine bedeutende Anzahl von Blättern verschiedenen Inhalts und arbeitete namentlich für das Cabinet Crozatv, die „Galerie de Versailleso, das Sacre de Louis XVy und andere Prachtwerke damaliger Zeit. Er starb 27. Jan. 1749. Jacques Nicolas T., genannt Cochin, Sohn des vorigen, Zeichner und Kupferstecher, geb. zu Paris 2. Sept. 1716, gest. 9. Juli 1791, wurde von seinem Vater herangebildet, mit dem er an mehrern der genannten Kupferwerke arbeitete. Auch stach er viele Bildnisse, Genrestücke und Landschaften. Er war Hofkupferstecher des Kurfürsten von Köln. Jean Charles T., Sohn des vorigen, ebenfalls Cochin genannt, Maler, geb. zu Paris 3. Sept. 1765, gest. 3. April 1830, genoß den Unterricht des Malers Regnault und gewann 1790 den zweiten großen Preis der Malerei. Seitdem brachte er jährlich viele histor. Gemälde zur Ausstellung, die größtenteils von der Regierung bestellt waren, aber kein besonderes Aufsehen machten. Sein Bruder, Pierre Alexandre T., wurde 2. Mai 1756 zu Paris geboren und von seinem Oheim Jacques Nicolas T. unterrichtet, bis N. G. Wille seine weitere Ausbildung beförderte. Er gewann 1791 den großen Preis der Kupferstechkunst und lieferte später viele schätzbare Blätter, darunter das Bildnis des Grafen Arundel nach van Dyck, den Erzengel Michael nach Rafael, Ruth und Boas nach Hersent, Ludwig XIII. und seine Mutter nach Hersent und die Kommunion des heil. Hieronymus nach Domenichino. Er starb 3. Aug. 1844. Jean Baptiste Pierre T., Bruder der vorigen, geogr. Kupferstecher, geb. zu Paris 1746, war einer der ersten, welche diese Kunstgattung zu einem hohen Grade der Vollendung erhoben. Für die Kaiserin Maria Theresia stach er in 53 Blättern die Karte der Niederlande und für Ludwig XVI. die Karte der königl. Wildbahnen. Von ihm ist auch die Karte zu Sonninis «Reise durch Griechenland und die Türkeiß und die vom Minister Thümmel veranstaltete vortreffliche topographische Karte des Herzogtums Sachsen-Altenburg in 25 Blättern. Er starb 18. Sept. 1816. Antoine Frangois T., Bruder der vorigen, ehenfalls ausgezeichneter Kartenstecher, geb. zu Paris 17. Febr. 1757, gest. 14. Jan. 1822, lieferte die Seekarten zum Atlas du commercey, die Pläne der Hauptstädte Europas, die Karten der Palatinate Warschau, Plock, Lublin und Sendomir, eine große Karte des europ. Rußland, den Atlas zu Perrons Voyage aux terres australesv u. s. w. Sein Sohn, Ambroise T., geb. zu Paris 2. März 1788, gest. 17. Jan. 1841, widmete sich dem Fache des Landkartenstichs, entwickelte aber auch gleiches Talent im Stechen von Porträts und Architekturstücken. Er gab auch mehrere von ihm selbst redigierte größere Kupferwerke heraus, wie den Atlas de géographie anciennev (1818), die Iconographie universelle aucienne et modernes (1820) und den Atlas universel de géographie ancienne et modernes (1824). Sodann stach er die Pläne und Porträts in dem Prachtwerke der Victoires et conquéteso und die 36 Platten der „Colonne de la Grande Arméev.