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GeschichteBrockhaus 1882

Tärik, Freigelassener und Unterfeldherr des arabischen Statthalters von Nordafrika. Musa, führte 711 einige tausend Araber nach Spanien, anscheinend nur zu einem Streifzuge. Die Sage läßt ihn aber auf Veranlassung des christlichen Grafen Julian von Ceuta handeln, der durch ihn an dem Westgotenkönige Roderich (s. d.) für die Entehrung seiner Tochter Rache nehmen wollte. Da T. zur Sicherung seiner Ausschiffung den großen Felsblock an der Meerenge befestigte, welcher bei den Alten Calpe hieß, bekam derselbe bei den Arabern den Namen Dschebel Tärik, Berg Tarikso, woraus das Wort Gibraltar ward. Von dort gegen Cadiz vordringend, traf T. am 19. Juli 711 angeblich bei dem Städtchen Xeres de la Frontera, richtiger am Flüßchen Salado, auf das Heer der Westgoten unker Roderich, siegte und eilte unaufhaltsam weiter. Cordova und die Hauptstadt des Westgotenreichs Toledo wurden im Fluge erobert. Ts Erfolge erregten jedoch die Eifersucht Musas, der 712 selbst nach Spanien kam, jenen absetzte und ins Gefängnis warf, wo er verschollen ist. Musa und andere arabische Statthalter vollendeten dann die Eroberung Spaniens, zu welcher indessen T.8 kühnes Vorgehen nächst den innern Wirren das meiste beigetragen hatte. Larlatan, ein feiner und leichter, durchsichtig gewebter Baumwollstoff zu Damenkleidern, eine Nachbildung des seidenen Flors, nur mit dem Unterschiede, daß der T. nicht gekreppt wird.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 479Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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