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ErdkundeBrockhaus 1882

Thespis, aus dem attischen Flecken Ikaria gebürtig, um 540 v. Chr., ein Zeitgenosse des Solon und Pisistratos, galt bei den Alten als der Erfinder der Tragödie, indem er in die dithyrambischen Chorgesange bei den Dionysien (Bakchosfesten) monologische Darstellungen durch einen vom Chore Dalode n Schauspieler und wahrscheinlich auch ialoge zwischen diesem und dem Chorführer einfügte, wobei derselbe Schauspieler in einem Stücke kugmuchte mehrere Rollen spielte. Diese Handng machte Aschylos später zur Hauptsache. Schon *„ Zeiten des Platon und Aristoteles waren keine echten Stücke mehr von T. vorhanden, und es ist sogar wahrscheinlich, daß er nie etwas aufschrieb. Ganz unverbürgt aber und ohne Zweifel aus einer Verwechselung hervorgegangen ist die Sage, daß er seine Stücke von einem Wagen herab dargestellt und eine Art wandelnder Bühne gehabt habe (s. Theater), obwohl der auf Horaz' Worten beruhende Ausdruck Thespiskarren für Bühnen sich bis jetzt erhalten hat.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 631Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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