FeedUltramarin
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Ultramarin ist die prachtvoll blaue Erdfarbe, die man früher aus dem Lasurstein (Lapis lazuli) ausschied, gegenwärtig aber künstlich in den Ultramarinfabriken Europas in der Menge von 10 Mill. Ilg (davon Deutschland 6580000 Kg und Frankreich 2500000 kg) jährlich darstellt. Die künstliche Darstellung des U., von J. von Liebig die Krone vor allen Entdeckungen der Mineralchemie in Beziehung auf die künstliche Darstellung der Mineralien ge nannt, bildet einen wichtigen Abschnitt in der Ge schichte der Industrie. Das erste, was über Bereitung des U. bekannt wurde, war 1828 eine auf eigene Erfindung und Beobachtung gestützte Abhandlung von Chr. G. Gmelin in Tübingen; allein später zeigte sich, daß schon 1826 Guimet in Lyon ein von ihm entdecktes Verfahren als Geheimnis ausgeübt und sein künstliches U. in den Handel gebracht habe. Gmelins Arbeit bot noch keineswegs eine sichere Bereitungsmethode, gab aber den Impuls zu dahin gerichteten Bemühungen der technischen Chemiker in Deutschland, unter denen Thomas Leykauf (1837) in Nürnberg (gest. 1871) und Leverkus in Wermelskirchen (gegenwärtig in Leverkusen) als Erfinder bewährter Verfahren vorzugsweise zu nennen sind. Man stellt in Nürnberg (in der berühmten Zeltnerschen Fabrik) das U. durch Caleinieren eines Gemenges von 100 Teilen Porzellanthon, 100 Teilen wasserfreiem Glaubersalz und 17 Teilen Kohle dar, wodurch man grünes

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 11Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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