Vaga (Perino del), eigentlich Pierino Buonaccorsi, Maler, geb. 1501 in Florenz, gest. 1547 in Rom, erhielt seine erste künstlerische Richtung durch Ridolfo Ghirlandajo und arbeitete dann als Gehilfe bei dem florent. Meister Vaga sowie bei Perino, woher seine beiden Beinamen stammen. Hierauf wandte er sich nach Rom, wurde Rafaels Schüler, vertrauter Freund und Hausgenosse und half bei den Arbeiten desselben in den Loggien, so- wie er auch im Vatikan die Bilder der Planeten⸗ +* im großen Saale des Appartemento oria nach Rafaels Zeichnungen ausführte. Neben Giulio Romano war er dessen begabtester Schüler, und bei großer Leichtigkeit und Produktionskraft gelangen ihm Werke im Geiste des Rafaelschen Stils, wenn auch nicht von dessen Tiefe und Schönheit. Bei der Plünderung Roms 1527 gefangen genommen und nur durch ein hohes Lösegeld befreit, begab sich V. nach Genua, wo er die Dekorationen des Palastes Doria ausführte, indem er denselben aufs glänzendste mit Ornamenten, Stuccaturen und mytholog. ⸗histor. Fresken schmückte. Später kehrte er nach Rom zurück, wo er eine zahlreiche Schule um sich sammelte und mit Hilfe seiner Schüler eine große Menge von Arbeiten ausführte, die indes den rafaelsken Stil in rascher Verwilderung repräsentieren. Am glücklichsten war er in der Darstellung antik-mytholog. Stoffe; doch auch Madonnen und andere Gegenstände religiöser Art hat er in seiner fruhern Zeit in würdiger Weise behandelt. Im Louvre findet sich ein anmutiges Bild, den Wettgesang der Musen und Pieriden auf dem Parnaß darstellend; eine leicht und kräftig behandelte Geburt Christi war in der Galerie Fesch zu Rom. Seine besten Schüler sind die beiden Calvi, Lazzaro und Santaleone.