FeedVerwitterung
NaturlehreBrockhaus 1882

Verwitterung heißt das allmähliche, von der Oberfläche herein beginnende Zerfallen krystallisierter Salze, Mineralien oder Gesteine, welches bei erstern in der Regel nur in trockener Luft erfolgt und von Verdunstung ihres Krystallwassers abhängt, bei letztern durch vereinigte chem. Einwirkung der Luft, des Wassers und der in der Luft enthaltenen Kohlensäure auf ihre Bestandteile, in deren Folge die Verbindung zerfällt und sekundäre Produkte zum Vorschein kommen. Im erstern Sinne spricht man von der V. von Glaubersalz und Soda, im letztern von der V. von Feldspat, Granit und andern Gesteinen, welche als hauptsächlichste Verwitterungsprodukte Kaolin und die Thonarten geben. Durch V. der Gesteine entsteht die Ackerkrume und auf dem alranerd aber ununterbrochen fortschreitenden Löslichwerden, welches eine Folge der V. ist, der Bestandteile der Gesteinsmassen, aus denen die Ackerkrume hervorgegangen ist, beruht zum größten Teil deren Fruchtbarkeit.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 236Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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