Viriathus, ein lusitanischer Hirte, war im Unabhängigkeitskriege seines Volks gegen die Römer 149—139 v. Chr. der Führer desselben. Nachdem er der verräterischen Niedermetzelung Tausender von Lusitaniern durch den Statthalter Sulpicius Galba entronnen war, benutzte er die dabei gemachte Erfahrung, um 149 ein Heer seiner Landsleute, das, von den Römern bedrängt, mit denselben verhandeln wollte, zum äußersten Widerstand gegen die wortbrüchigen Feinde zu bewegen. Er stellte sich auch mit Erfolg an die Spiße dieses Widerstandes und unterhielt denselben in Lusitanien und Südspanien jahrelang gegen eine Reihe röm. Statthalter, von denen nur Q. Fabius Ämilianus (144) einigermaßen gegen ihn aufkommen konnte. Im J. 141 hatte er es, gegenüber dem Nachfolger des Amilianus, dem Servilianus, bereits dahin gebracht, daß die Römer die Unabhängigkeit Lusitaniens unter V. anerkannten. Allein der folgende Statthalter Servilius Cäpio brach den Vertrag und behielt nicht nur im Felde die Oberhand, sondern gewann auch in der Umgebung des V. Verräter, die denselben 139 ermordeten. Die Lusitanier kämpften unter Tautamus noch zwei Jahre lang, aber ohne Erfolg.