Virilstimmen (vota virilia) hießen im Fürstenkollegium auf dem ehemaligen deutschen Reichstage im Gegensatze zu den Kuriatstimmen (s. d.) der unmittelbaren Reichsprälaten und Reichsgrafen die dem einzelnen Stande zustehenden Stimmen. Ein gleicher Unterschied fand bei dem Engern Rate des Deutschen Bundes statt, wo die 38 (uletzt nur noch 32) Bundesmitglieder zusammen nur 17 Stimmen hatten, von denen 11 Stimmen Viril⸗ und 6 Kuriatstimmen waren. (S. Deutschland und Deutsches Reich.)
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 289Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei