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ErdkundeBrockhaus 1882

Warmbrunn, Marktflecken im Regierungsbezirk Liegnitz der preuß. Provinz Schlesien, im Kreise und 6 km von der Stadt Hirschberg, 351 m über der Ostsee, am Zacken und dem nördl. Abhang des Riesengebirges gelegen, zählt (1880) 3317 E. und ist besonders bekannt wegen seiner drei alkalisch-salinischen Schwefelquellen (36—37 C.), die alljährlich von mehr als 2000 Badegästen besucht werden. Das Wasser wird vorzugsweise zur Badekur benutzt. Die Badeetablissements umfassen das Große Bad, das Kleine Bad, das Leopolds-⸗ oder Armenbad, in denen gemeinschaftlich in größern und kleinern, 1875 erweiterten Bassins gebadet wird, und die Kurwannenbäder, 16 an der Zahl, die sich in dem sog. Badehause befinden. Für die Trinkkur benutzt man die Quelle des Kleinen Bades und die der Kurwannen. Man gebraucht die Quellen W.s besonders gegen Gicht, Rheumatismus, Hämorrhoiden, Verstopfungen im Pfortadersystem, chronische Hautausschläge, Metallvergiftungen. In der reizenden Umgebung werden namentlich Hirschberg, Herischdorf, Stonsdorf, Fischbach, Erdmannsdorf, Buchwald, Hermsdorf (mit dem Kynast), Schreiberau und Kaiserswaldau besucht. Die Quellen zu sollen schon 1175 vom Herzog Boleslaw I. entdeckt und bald darauf in Gebrauch gekommen sein. Der Ort kam 1401 an die Grafen Schaffgotsch, in deren Besitz er bisher geblieben. Dieselben bewohnen zu W. ein stattliches Schloß, das viele Gemälde von hohem Kunstwert und eine geschmackvolle Kapelle enthält. Außerdem sind im Orte noch eine kath. und eine prot. Kirche vorhanden. In den Gebäuden des ehemaligen Cistercienserklosters befindet sich die gräfl. Bibliothek von 40000 Bänden nebst einer Mineralien-und einer Waffensammlung. Auch bestehen zu W. ein 1820 vom Grafen Schaffgotsch erbautes Hospiz, in welchem jeden Monat während der Badesaison 24—30 Kranke unentgeltliche Aufnahme finden, ein hübsches Theatergebäude, daneben ein Gesellschaftshaus, ein 1868 erbauter Kursaal und seit 1866 auch ein großes Militärkurhaus. Vgl. Wendt, «Die Thermen zu W. (Berl. 1840); Preiß, Der Kurort W.» (Bresl. 1850); Döring, «W. und das Hirschberger Thalo (2. Aufl., Brieg 1856); Knoblauch, «W. und seine Heilquelleno (Warmbrunn 1876); (Bad W. Führer durch den Ort und Umgebungo (2. Aufl., Hirschb. 1883); «Die schles. Kurorter (Berl. 1884).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 438Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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