Watteau (Jean Antoine), berühmter franz. Maler, geb. 10. Okt. 1684 zu Valenciennes, Sohn eines Dachdeckers, begab sich 1702 nach Paris, arbeitete hier bei Gillot, dann bei dem Dekorationsmaler Claude Audran, dessen Ornamentkompositionen er mit hübschen Figuren staffierte. Seine Art zu malen fand Beifall, und 1717 wurde er in die Akademie aufgenommen als Maler galanter Hoffestes. Jedermann bemühte sich jetzt um seine Werke. Kränklichkeit und Wankelmütigkeit ließen. ihn aber nirgends Ruhe finden. Er zog zu einem Freunde im Dorfe Nogent an der Marne, bei Vincennes, und starb daselbst 21. Juli 1721. W. ist einer der geistreichsten und originellsten Genremaler. Gillots Beispiel veranlaßte ihn, das Treiben der damaligen franz. Gesellschaft in ihren affektierten Schäferspielen und arkadischen Idyllen darzustellen. Sein Ausdruck ist zierlich, seine Behandlung leicht. W. besaß aber keine Geduld, sauber auszumalen, und dieser Umstand, nebst dem zu starken Gebrauch von Firnis, hat seinen Bildern geschadet. W. war auch ausgezeichnet in Darstellungen des Soldatenlebens, in Marsch- und Lagerscenen, und der einfache, natürliche Charakter dieser Bilder macht dieselben sehr schätzbar. Man hat sogar von ihm einige freilich mißlungene histor. Gemälde. Die tüchtigsten Kupferstecher, Larmessin, Moyreau, Ph. Lebas, Surugue, Cochin u. a., arbeiteten nach seinen Gemälden und Zeichnungen. Vgl. E. de Goncourt, «Catalogue raisonné de l'uvre d'Antoine W.» (Par. 1875), und «The ornamental designs of W.y (10 Bde., Lond. 1840).