Werff, auch Werft (Adrian van der), niederländ. Maler, geb. zu Kralingerambacht bei Rotterdam 21. Jan. 1659, kam nach Rotterdam zu dem Porträtmaler Cornelius Picolett in die Lehre, besuchte dann die Schule des Eglon Hendrik van der Neer, der ihn als Gehilfen mit auf Reisen nahm, und fing in seinem 17. Jahre an, auf eigene Hand zu arbeiten. Er nahm in Rotterdam seinen Wohnort. Besonders beschäftigte 7 der Kurfürst von der Pfalz, der auf seiner Reise durch Holland 1696 Wis Arbeiten kennen gelernt hatte. Unter anderm bestellte der Kurfürst bei ihm auch sein Porträt und das Urteil Salomonis, welches ihm W. persönlich nach Düsseldorf berbringen mußte. Er gab W. einen Jahrgehalt von 4000, später 6000 Fl. und erhob ihn 1703 mit seiner Familie in den Adelsstand. W. starb 12. Nov. 1722. Keinem Maler jener Zeit wurden die Bilder so teuer bezahlt wie ihm. Diese Wertschätzung hatte ihren Grund darin, daß seine Werke, abgesehen vom künstlerischen Gehalt, die zierlichsten Kabinettsstücke sind, bei denen man dem Zeitgeschmack entsprechend den unnatürlichen, elfenbeinglatten Fleischton, die Eleganz des Vortrags und den zierlichen Geschmack besonders bevorzugte. W. hat im Verhältnis zu seiner minutiösen Ausführung ziemlich viel gemalt. Die Galerien in München und Dresden bewahren seine schönsten Bilder. Zugleich war W. in der Architektur sehr erfahren und fertigte Entwürfe zu Gebäudefagaden; auch die Börse in Rotterdam ist nach seiner Zeichnung ausgeführt. Seine Zeichnungen, die er zum Teil in so ausführlicher Vollendung arbeitete wie seine Gemälde, sind sehr selten.