FeedWilhelmstein eine Kriegsschule
GeschichteBrockhaus 1882

Wilhelmstein eine Kriegsschule, auf welcher auch Scharnhorst unterrichtet wurde, wirkte für die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht, die er, seiner Zeit weit vorauseilend, in der Grafschaft Schaumburg ins Leben rief. Er errichtete 1751 ein Grenadierregiment von acht Kompagnien, deren jede zwei einpfündige Falkonets mitführte, 1752 ein Artillerie-, Ingenieur- und Mineurkorps mit einem bedeutenden Geschützpark und 1753 das treffliche, aus Reitern und Fußjägern bestehende Karabinierskorps (bekannt unter dem Namen «»die eisernen Männero, von den Franzosen «les diables de Bückebourgo genannt), welches sich im Siebenjährigen Kriege auszeichnete. W. stellte mit Hilfe engl. Subsidien 1650 Mann mit 28 bespannten Geschützen zur preuß. Armee, welche bei Hastenbeck, Krefeld, Lutternberg u. s. w. ruhmvoll kämpften. W. trug bei Minden durch die Verwendung seiner Artillerie viel zum Siege bei. Im J. 1762 übertrug ihm König Georg III. den Oberbefehl in Portugal, wo er sich gegen dreifache übermacht geschickt verteidigte und nach dem Friedensschlusse bis 1764 zur Reorganisation des Heeres verblieb. Auch in der innern Verwaltung leistete W. viel und hob den Wohlstand des Landes. Er starb zu Bergleben 10. Sept. 1777. Vgl. Schmalz, Denkwürdigkeiten des Grafen W.» (Hannov. —1»U Varnhagen von Ense, KBiographische Denkmalen (Berl. 1824) „Preuß. Militär-Wochenblatto (Berl. 1869).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 654Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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