Wilhelm (Friedrich Wilhelm Karl), Prinz von Preußen, der dritte Sohn des Königs Friedrich Wilhelm II. und Bruder des Königs Friedrich Wilhelm III., geb. zu Berlin 3. Juli 1783, diente seit 1799 in der Garde und vermählte sich 12. Jan. 1804 mit Maria Anna, Tochter des Landgrafen Friedrich Ludwig von Hessen-Homburg (geb. 14.Okt. 1785, gest. 14. April 1846), aus welcher Ehe zehn Kinder hervorgingen. Im Kriege von 1806 führte Prinz W. als Oberstlieutenant eine Kavalleriebrigade und seit März 1807 das 2. Dragonerregiment. In dem Befreiungskriege von 1813 befand sich W. in Blüchers Hauptquartier. In der Schlacht bei Lützen befehligte er die Reservekavallerie auf dem linken Flügel der Armee und warf mit seinen Kürassieren ein feindliches Viereck. Auch an den folgenden Thaten des schles. Heeres nahm er ruhmvollen Anteil. Bei der Schlacht von Leipzig vermittelte er die Mitwirkung des Nordheers in der Zusammenkunft Blüchers mit dem Kronprinzen von Schweden zu Breitenfeld. Später führte er die 8. Brigade im 1. Armeekorps (York) über den Rhein. Nach dem Pariser Frieden begleitete der Prinz den König nach London und wohnte dann den Verhandlungen des Wiener Kongresses bei. Im Kriege von 1815 befehligte er in der Schlacht bei Waterloo die Reservekavallerie des 4. Armeekorps. Er nahm an der nächtlichen Verfolgung des Feindes teil und rückte an der Spitze der Vorhut nach Paris vor. Seit dem zweiten Pariser Frieden lebte er teils in Paris, teils auf seinem Schlosse Fischbach bei Schmiedeberg in Schlesien. Wegen der bedrohten Lage der Rheinprovinzen ernannte ihn der König 1830 zum Generalgouverneur der Rheinprovinzen und Westfalens, worauf er Ende desselben Jahres Köln seinen Wohnsitz nahm. Nach seiner Rück⸗ [kehr von Köln, im Dez. 1831, lebte er abwechselnd in Berlin und Fischbach. Im März 1834 wurde er zum General der Kavallerie und zum Gouverneur der Bundesfestung Mainz, welche Stelle er schon 1824/29 bekleidet hatte, ernannt. Doch hielt sich nach dem Tode seiner Gemahlin meist zu Fischbach auf. Er starb 28. Sept. 1851. Von seinen Kindern überlebten ihn Prinz Adalbert (s. d.) und die Töchter Elisabeth, geb. 1815, vermählt 1836 mit dem Prinzen Karl Wilhelm Ludwig von Hessen, Witwe 1877, gest. 1885, und Maria, geb. 1825, die Witwe des Königs Maximilian II. von Bayern, während sein jüngster Sohn, Prinz Waldemar (s.d.), bereits 17. Febr. 1849 gestorben war.