Wilhelm (Karl Paul Heinrich Friedrich), Prinz von Württemberg, geb. 25. Febr. 1848, Sohn des Prinzen Friedrich von Württemberg (geb. 21. Febr. 1808, gest. 9. Mai 1870) und der Prinzessin Katharina von Württemberg, der Tochter des verstorbenen Königs Wilhelm (geb. 24. Aug. 1821), bezog 1865 die Universität Tübingen, befand sich im Kriege von 1866 im württemb. Hauptquartier, besuchte 1867 die Universität Göttingen, 1868 —69 zum zweiten mal die Universität Tübingen und begab sich im Frühjahr 1869 nach Berlin, um in preuß. Militärdienste zu treten. Dem Kriege von 1870 und 1871 wohnte er im Hauptquartier des Königs von Preußen bei. Bei seinem Abschied von der preuß. Armee erhielt er den Charakter eines Oberst à la suite derselben. Er trat in das württemb. Armeekorps ein und wurde Generalmajor, legte aber unter dem kommandierenden General von Schachtmeyer seine militärischen Stellen nieder. Er blieb Inhaber des württemb. 2. Dragonerregiments und war Chef des russ. Dragonerregiments Nr. 10 von Nowgorod. Am 15. Febr. 1877 vermählte er sich mit der Prinzessin Marie von Waldeck⸗-Pyrmont (geb. 23. Mai 1857) und nachdem diese, mit Hinterlassung einer Tochter, der Prinzessin Pauline (geb. 19. Dez. 1877), 30. April 1882 gestorben war, vermählte er sich 8. April 1886 mit der Prinzessin Charlotte von Schaumburg-Lippe, geb. 10. Okt. 1864. Als nächster Agnat ist W. bei der Kinderlosigkeit des württemb. Königspaars der präsumtive Thronfolger, in welcher Eigenschaft er bei längerer Abwesenheit des Königs schon mehrmals mit der Besorgung der laufenden Regierungsgeschäfte beauftragt wurde.