Wurzel heißt in der Sprachwissenschaft derjenige Teil des Wortkörpers, weleber übrigbleibt, wenn sämtliche Suffixe (s. d.), sowohl die stammbildenden wie die Flexionssuffixe, abgetrennt werden, z. B. im Gotischen satjith ler setzt) ist th das Suffir der dritten Person des Singulars, ji ein stammbildendes Suffix, die W. also sat. An der Wihaftet der eigentliche Bedeutungs⸗(Vorstellungsinhalt des Wortes, der durch die Suffixe nur modifiziert wird. Nach der gewöhnlichen Theorie der Sprachwissenschaft ist die W. stets einsilbig; wenn die betreffenden Sprachen als letzte Elemente des Wortes nicht mehr Einsilbigkeit aufweisen, nimmt man eine noch frühere Periode einsilbiger W. an, z. B. in den semit. Sprachen. Die W. der indogerman. Sprachen sind in ihrer Lautgestalt wandelbar durch den sog. Ablaut der Vokalels. Ablaut und Komparation), z. B. im Gotischen sitan sitzen), satjan (setzen), Wurzelsilbe sit- oder sat. Wandelbarkeit des Wurzelvokals haben, wenn auch in anderer Weise, ebenfalls die semit. Sprachen (3. B. hebräisch katal, er tötete, Infinitiv ktoh), wie auch andere. Auf die Bedeutung der W. für die Analyse des Wortes sind zuerst die ind. Grammatiker aufmerksam geworden, die auch bereits Wurzelverzeichnisse (dhätupätha) angelegt haben. Die indogermanischen W. behandelt Pott, Wurzelwörterbuch der indogerman. Spraches (Detm. 1867—76).