FeedZänugen
GeschichteBrockhaus 1882

Zänugen, metallurgische Operation, welche bei der Umwandlung des Roheisens in Schmiedeeisen in Anwendung kommt, besteht in einer Bearbeitung der aus dem Puddelofen kommenden Klumpen von Frischeisen, Luppen, unter Hammer⸗ und Walzwerken. Zweck dieser Behandlung ist die Beseitigung der in den Luppen enthaltenen Schlacken. Zangenoperation, die künstliche Entbindung vermittelst der Geburtszange (s. d.). anguebar, s. Zanzibar. ankle, der alte Name von Messina (s. d.). aukow (Dragan), bulgar. Staatsmann und Mitglied der radikalen, panbulgar. Partei, geb. 1827 in Sistowo, studierte in Odessa, Kiew und Wien, trat in den sechziger Jahren in türk. Dienste und wurde zuerst dem Pascha von Varna, dann dem von Rustschuk beigegeben. Nach den Greuelthaten von Batak 1876 veröffentlichte er einen Protest gegen die türkische Gewaltherrschaft und trat mit Gladstone in Verbindung. Er übernahm 7. April 1880 die Ministerpräsidentschaft und das Auswärtige, legte aber 10. Dez. beide Stellen nieder, um im Ministerium Karawelowean die Spitze des Ministeriums des Innern zu treten, und wurde 30. Dez. vom Fürsten Alexander entlassen, weil er in der Frage der Donaukommission sich eines Wortbruchs gegen Osterreich schuldig gemacht hatte. Wegen Aufreizung der Bevölkerung gegen die Regierung wurde er 19. Febr. 1882 ver-Zumt und interniert, im Oktober aber frei gegeben. um Sturz der russ. Ministergenerale Sobolew und Kaulbars verband er sich 1883 mit den Konservativen und trat in der Sobranje für die Wiederherstellung der Verfassung von Tirnowa ein. Nach Entfernung der fremden Minister wurde ihm 20. Sept. die Ministerpräsidentschaft und das Innere übertragen. Da aber die Wahlen von 1884 nicht zu sei-Gunsten ausfielen, so trat er 6. Juli von seinem Ministerposten zurück. Obgleich er mit Rußland nicht unbedingt sympathisierte, trat er doch an die Spitze der russ. Partei und der Gegner des Fürsten Alexander. Bei der russ.⸗bulgar. Verschwörung, welche den Sturz des letztern zum Zweck hatte und 21. Aug. 1886 zum Ausbruch kam, spielte er eine Hauptrolle und übernahm in der provisorischen Regierung das Ministerium des Innern. Aber schon drei Tage nachher wurde die revolutionäre Regierung von den Anhängern des Fürsten gestürzt und Z.30. Aug. auf Befehl des Obersten Mutkurow, Chefs der ostrumel. Miliz, nach dessen Einmarsch in Sofia, verhaftet. Schon 2. Sept. wurde er aus der Haft entlassen, jedoch in seiner Wohnung bewacht. Bei den Wahlen zur Großen Sobranje 10. Okt. erhielt er in Sofia von 1818 abgegebenen Stimmen nur 7 und seine Partei im ganzen kaum 50. Zannone, eine der Ponza-Inseln (s. d.). Zannoni (Giovanni Battista), ital. Altertumsforscher und Sprachgelehrter, geb. zu Florenz 29. März 1774, war Lanzis Schüler und seit 1811 dessen Nachfolger als Antiquar der Galerie der Uffizien, seit 1817 Sekretär der Akademie der Crusca und starb 13. Aug. 1832. Als Archäolog trat er in Lanzis Fußstapfen, indem er dessen Studien über die Etrusker und ihre Sprache sich anschloß; seine Schriften: Degli Etruschis (Flor. 1810) und KIllustrazione di due urne etrusche (Flor. 1826), sind Früchte dieser Forschungen. Seine Beiträge zur Monumentenkunde, Rueln ersch und Numismatik, unter verschiedenen Titeln erschienen Zuletzt Dei denarii consolari e di famiglie romanev, Flor. 1830), sind wegen ihrer Gelehrsamkeit und Sicherheit geschätzt. Als Sekretär der Crusca schrieb er die Geschichte dieser Akademie (Flor. 1818). Seine Ausgabe des Tesorettod und & Pavolettod von Brunetto Latini (Flor. 1824) ist die erste und genaue und nach Handschriften berichtigte. In dem großen Werke La Reale Galleria di Firenzeo (13 Bde., Flor. 1810fg.), welches er in Gemeinschaft mit A. Ramirez di Montalvo u. a. herausgab, ist der archäol. Teil fast ganz von ihm. Außerdem lieferte er manche scherzhafte Poesien, unter denen die in der Mundart des Volks von Florenz geschriebenen kleinen dramatischen Stücke: 4Le Cianeo in ihrer Art klassisch sind. Vgl. Bacchi, Elogio di Giovanni Batista Z. (Flor. 1838).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 838Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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