Zeller (Eduard), hervorragender Philosoph und Theolog, geb. 22. Jan. 1814 im württemb. Dorfe Kleinbottwar, erhielt, zur Theologie bestimmt, seine wissenschaftliche Bildung erst in dem württemb. Seminar Maulbronn, dann auf der Universität zu Tübingen und 1836 in Berlin; 1839 kam er als Repetent nach Tübingen, wo er sich im Herbst 1840 als Privatdocent der Theologie habilitierte. Im J. 1842 begründete er in Verbindung mit mehrern andern Gelehrten die «Theol. Jahrbüchere, welche bis zu ihrem Erlöschen (1857) der neuen kritischen (sog. Tübinger) Theologenschule als wissenschaftliches Organ dienten. Im J. 1847 ging er als Professor der Theologie nach Bern, 1849 nach Marburg. Doch ward er hier auf Veranlassung seiner Gegner gleich beim Eintritt in die philos. Aufe ale versetzt. Im Herbst 1862 folgte er einem Rufe als Professor der Philosophie nach Heidelberg, 1872 einem solchen an die Universität Berlin. Von 3.s Schriften sind zu nennen: «Platonische Studiend (Tüb. 1839), «Die Philosophie der Griecheno (3 Bde., Tüb. 1844 —-52; 3. Aufl., 5 Bde., Lpz. 1869 fg.; 4. Aufl., Bd. 1, Lpz. 1876), „Grundriß der Geschichte der griech. Philosophies (Lpz. 1883; 2. Aufl. 1886), «Geschichte der christl. Kirche, (Stuttg. 1847), „Das theol. System Zwingliso (Tüb. 1853), «Die Apostelgeschichte nach ihrem Inhalt und Ursprunge (Stuttg. 1854), eine übersetzung und Erläuterung von Matos “Gastmahl (Marb. 1857), De Hermodoro Ephesio et Hermodoro Platonico (Marb. 1859),4Vorträge und Abhandlungen » (Bd. 1, Lpz. 1865; 2. Aufl 1875; Bd. 2, Lpz. 1877; Bd. 3, Lpz. 1884), 4Geschichte der deutsch en Philosophie seit Leibnizo 2. Aufl. 1875), Staat und Kirchen (Lpz. 1873), „David Friedrich Straußv (Bonn 1874), „Friedrich d. Gr. als Philosopho (Berl. 1886).