Zinnober(Schwefelquecksilber HgS), eine schöne, hochrote Farbe, welche sich fertig gebildet im Mineralreiche in roten derben Massen oder in durchsichtigen roten Krystallen findet und als Bergzinnober, z. B. von Idria, fein gemahlen in den Handel kommt. Bei den Alten war dieser in der Natur vorgefundene Z. schon zu des Plinius Zeiten unter dem Namen Minium bekannt. Eine große Menge Z. bereitet man aber künstlich, indem man die Bestandteile desselben, Quecksilber und Schwefel, miteinander verbindet. Man erhält den 3. entweder, indem man Quecksilber und Schwefel innig mengt und das entstandene schwarze Pulver in eisernen Gefäßen bei mäßigem Feuer bis zum chmelzen und darauf in irdenen Gefäßen erhitzt; die sublimierte Masse gibt nach dem Zerreiben den „präpariertene Z. Oder man bereitet den Z. auf nassem Wege, indem man eine Lösung von Schwefelkalium (Schwefelleber) auf das schwarze Pulver, das man durch Mischen von Quecksilber mit Schwe—⸗ fel erhält, einwirken läßt, wodurch es sehr bald in Z. übergeht. Auch stellt man ihn in vorzüglicher Qualität durch Digerieren von sog. weißem Präzipitat mit Schwefelammonium bei einer Temperatur von etwa 60—70 C. dar. Man verwendet den Z. als Malerfarbe, zur Bereitung von roter Druckfarbe, Siegellack u. dgl. Der Z. ist nicht selten mit wohlfeilern Substanzen von ähnlicher Farbe (Chromrot, Mennige u. s. w.) verfälscht. Auch in der Heilkunde findet der Z., obwohl selten, unter dem Namen IUydrargyrum sulfuratum rubrum Anwendung. Offizinell ist derselbe nicht mehr.