identisch, adj. (Math.), heißen zwei Größen, welche dieselbe Form und denselben Werth haben. So sind kongruente Figuren als i. zu betrachten, während Gleichheit des Inhaltes auch bei ungleicher Form stattfinden kann; so kann ein Viereck od. eine krummlinige Figur an Inhalt gleich einem Dreieck sein. Bei den iten oder kongruenten Figuren gleichen sich auch die einzelnen, sich entsprechenden Stücke der Figuren, soz. B.entsprechende Seiten u. Winkel. Aus dem Begriff der iten Gleichungen, d. h. der Reihen, die auch in ihren entsprechenden Gliedern gleichgroß sind, hat Cartesius seinen Satz zu Ermittelung der Reihen selbst hergeleitet und die Identität selbst zur Bestimmung der Koeffizienten benutzt. Man hat für die Identität das Zeichen — vorgeschlagen, das übrigens von Gauß auch für den von ihm eingeführten Begriff der Kongruenz von Zahlen benutzt wurde; s. d. Art. Kongruenz 2. Gauß wählte in seinen „Disquisitiones arithmeticae“ den Namen„kongruent“ wegen des Zusammenfallens, obgleich er vielleicht besser solche Zahlen als ähnliche bezeichnet und ihnen das Zeichen “beigelegt hätte. — In der Arithmetik nennt man übrigens auch häufig analytische Gleichungen (s. Gleichung) ie und gebraucht dann auch wohl statt des Gleichheitszeichens das Identitätszeichen mit drei Strichen.