FeedKaltenbrunner (Karl Adam)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Kaltenbrunner (Karl Adam), österr. Dialekt⸗( dichter, geb. 30. Dez. 1804 zu Enns, wurde 1842 Direktionsadjunkt an der Staatsdruckerei zu Wien und starb als Vizedirektor der Staatsdruckerei 6. Jan. 1867 zu Wien. Er veröffentlichte: Vaterländische Dichtungenv (Linz 1835), Konstantin XI., der letzte griech. Kaiser», Trauerspiel (Linz 1836), „Lyrische und epische Dichtungend (Wien 1838), „(Obderennssche Lieders (Linz 1845), Alm und Zitherv, Lieder (2 Bde., Linz w1845—48), Lieder und Gesänge in obderennsscher Mundarto (3 Bde., Neuburg 1857), „Osterr. Feldlercheno, dialektische Lieder (Reuburg 1857), (Aus dem Traungauv, Dorfgeschichten (Wien 1863). 1806 zu Horb in Württemberg, begann seine Laufbahn als Zeichner und Lithograph, indem er eigene Entwürfe vervielfältigte. Erst im Alter von 24 Jahren gelangte er zu höherer künstlerischer Ausbildung, indem er zu München die Akademie besuchte. Er begann nun auch als Maler aufzutreten und hatte raschen Erfolg, ohne dabei die Lithographie aufzugeben. So war er in mehrern Etablissements thätig, bis 1834 sein Gemälde: im Wirtshaus, ihm einen bedeutendern Namen gründete. K. verstand es besonders Motive aus dem Dorfleben seiner Heimat mit Geschick zu gestalten, wobei ihn ein gutes Arrangement und solide Zeichnung unterstützten. Eine größere Reise im südlichen Osterreich, Schweiz und Italien brachte ihm neue Stoffe. Eins der besten Bilder dieser Art ist das Mädchen aus Istrien (1858). Für den Fürsten Taxis in Regensburg malte er schon 1839 den Ehekontrakt, andere Werke waren: die Brautleute vor dem Pfarrer, die zurückgewiesene Gabe (1858), die Familienscene, die Maultrommelspieler u. s. w. K. sterb 8. März 1867 in München.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 43Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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