FeedKarl IV.
GeschichteBrockhaus 1882

Karl IV., König von Spanien, 1788—1808, geb. zu Neapel 12. Nov. 1748, kam 1759, als sein Vater, Karl III., durch den Tod seines Bruders, Ferdinand VI., auf den span. Thron berufen wurde, nach Madrid und folgte demselben 13. Dez. 1788 in der Regierung. Er war vermählt mit der Prinzessin Luise Marie von Parma. Unvermögend, selbst zu regieren, war er stets von seiner Gemahlin und seinen Ministern abhängig; unter ihnen gewann der Geliebte der Königin, Godoy, Herzog von Alcudig (s. d.), seit 1792 einen unbeschränkten Einfluß. Der Haß, den dieser Günstling von seiten des Sohnes K.s, Ferdinand, und anderer Großen auf sich zog, führte w1808 eine Revolution herbei, welche Napoleon benutzte, um die Bourbons vom span. Throne zu entfernen. K. verzichtete auf die Krone zu Aranjuez 19. März, widerrief zwar hierauf, trat aber nachher zu Bayonne seine Rechte auf den Thron an Karl Friedrich (Großherzog von Baden) Napoleon ab, welcher ihm dagegen auf Lebenszeit den Palast zu Compiegne und eine jährliche Rente zusicherte. K. lebte seitdem zu Compiégne und später in Rom. Er starb 19. Jan. 1819 zu Neapel, seine Gemahlin war kurz vorher, 2. Jan., gestorben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 126Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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