FeedKarl III.
GeschichteBrockhaus 1882

Karl III., König von Spanien, ältester Sohn Philipps V. von seiner zweiten Gemahlin Elisabeth von Parma, geb. 20. Jan. 1716, wurde in dem span.⸗österr. Vertrage zu Wien 1725 zum Erben von Parma und Piacenza bestimmt. Als 1729 Spanien zu Frankreich und den Seemächten übertrat, ward dem Infanten der Besitz von Parma und Toscana zugesichert. Der Kaiser erkannte bald darauf diese Anwartschaft an und gab K. 1731 Toscana zu Lehn, das dieser jedoch 1735 mit dem Königreich Neapel vertauschte. Obgleich ihn in dem Osterreichischen Erbfolgekriege eine engl. Flotte zum momentanen Abfall von Spanien nötigte, blieb er doch sonst auf der Seite dieser Macht und Ssterreichs. Im J. 1759 folgte er seinem Bruder Philipp VI. auf dem span. Throne, indem er Neapel seinem minderjährigen Sohne Ferdinand IV. überließ. K. hielt an der traditionellen bourbonischen Familienpolitik fest, welche Spanien an Frankreich fesselte und es als dessen Bundesgenosse am Siebenjährigen und am Amerikanischen Freiheitskriege teilnehmen ließ. Im erstern gingen Cuba und die Philippinen vorübergehend, Florida durch den Pariser Frieden 1762 verloren, im zweiten blieb die Belagerung Gibraltars vergeblich, und Floridas Rückgabe war kein großer Ersatz. Berühmt ist K.s Regierung in Neapel und Spanien durch die aufgeklärte Verwaltung geworden, welche unter Leitung dort von Tanucci, hier von Florida-Blanca u. a. Platz griff. In Madrid erhob sich darüber 1766 ein Aufstand, vor dem K. einen Moment fliehen mußte. Seine Rache traf dafür die Jesuiten, die als die Urheber der Revolte galten, und im April 1767 wurde eine ganze Flotte mit 6000 Vätern Jesu an die Küste des Kirchenstaats ausgesetzt. K. starb 14. Dez. 1788.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 126Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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