Karl Wilh. Ferd. (Herzog v. Braunschweig Leibeigenschaft auf, gab das erste Beispiel des Freizügigkeitssystems, bezahlte die Landesschulden und beförderte Ackerbau, Gewerbe, Handel und geistige Bildung. Er selbst schrieb einen &brégé des principes de l'économie politiques (Karlsr. 1772), abgedruckt in Wills »Versuch über die Physiokraties (Nürnb. 1782). Dem von Friedrich d. Gr. gestifteten (Fürstenbunde trat er 1785 bei. Lange Zeit seinen Verpflichtungen gegen das Reich getreu, mußte er endlich doch der Gewalt der Französischen Revolution weichen und 1796 mit dem General Moreau einen Separatfrieden schließen. Im Luneviller Frieden von 1801 verlor er seine Besitzungen auf dem linken Rheinufer (770 qkm); dafür wurde er aber durch den Reichsdeputationshauptschluß von 1803mit dem Stift Konstanz u. s. w. (3410 am) Audem und 1. Mai 1803 Kurfürst von Baden. Zu dem Bunde mit Napoleon im Okt. 1805 genötigt, erhielt er durch den Preßburger Frieden einen Teil vom Breisgau und die Stadt Konstanz (2800 qKm). Im J. 1806 trat er als souveräner Fürst zum Rheinbunde, nahm den Titel Großherzog an und erhielt abermals einenLänderzuwachs von 4900jshm. Er starb 10. Juni 1811. Bei seinem Tode hinterließ er seinem Enkel Karl Ludwig Friedrich, dessen Vater, Karl Ludwig, als Erbprinz bereits 15. Dez. 1801 zu Arboga in Schweden verstorben war, ein wohlgeordnetes blühendes Land von 15420qkm mit 1100000 C. Nach dem Tode seiner ersten Gemahlin, Karoline Luise von Hessen-Darmstadt, gest. 1783, hatte er sich morganatisch mit Luise Karoline Freiin Geyer von Geyersberg vermählt, welche, vom Kaiser 1796 zur Reichsgräfin von Hochberg (s. d.) erhoben, 23. Juli 1820 starb. Aus der ersten Ehe entsprangen drei Söhne: der schon erwähnte Karl Ludwig, Friedrich (geb. 29. Aug. 1756, gest. 28. Mai 1817) und der spätere Großherzog Ludwig. Aus der zweiten Ehe entsprangen ebenfalls drei Söhne, welchen die eventuelle Successionsfähigkeit zugesprochen wurde: Großherzog Leopold, Markgraf Wilhelm (geb. 1792, gest. 11. Okt. 1859) und Markgraf Maximilian (geb. 8. Dez. 1796, gest. 6. März 1882). Vgl. Drais, „Geschichte der Regierung und Bildung von Baden unter K. F.v (2 Bde., Karlsr. 1818); Vierordt, K. F., Großherzog von Baden Garlsr. 1844); Nebenius, „K. F. von Badenv (herausg. von Weech, Karlsr. 1868); von Weech, „Badische Biographienp (Heidelb. 1875).