Karl V. Leopold, Herzog von Lothringen, österr. Feldmarschall, geb. zu Wien 5. April 1643, der Sohn des aus dem geistlichen Stande wieder zurückgetretenen Prinzen Nikolaus Franz, wurde von seinem Oheim, dem Herzog Karl IV. von Lothringen (s. d.), zum Nachfolger bestimmt, mußte aber auf Befehl Ludwigs XIV. 1669 nebst seinem Oheim Frankreich verlassen und trat als Oberst eines Reiterregiments in österr. Dienste. Nachdem durch den Tod seines Oheims das Recht der Nachfolge in Lothringen auf ihn übergegangen, verheiratete er sich 1677 mit Eleonore Marie, der Schwester des Kaisers Leopold I. und Witwe des Königs Michael von Polen. Er focht 1672 unter Montecuculi in der Schlacht bei St. Gotthard, am Rhein und in den Niederlanden und führte daselbst 1676 das Oberkommando. Er eroberte Philippsburg und Landau. Hierauf befehligte er in dem Kriege gegen die Türken 1683 —88, in welchem er durch den Entsatz von Wien 1683 hohen Ruhm gewann, 1684 bei Waizen, 1685 bei Gran siegte, 1686 Neuhäusel und Ofen eroberte und 1687 den großen Sieg bei Harsäny (irrig Schlacht bei Mohäcs genannt) gewann. Er befreite den größten Teil von Ungarn und sicherte Siebenbürgen. Im J. 1689 hatte er wieder den Oberbefehl im Kriege gegen Frankreich und eroberte Mainz und Bonn Er starb 18. April 1690 auf der Reise nach Wien zu Wels in Osterreich, wie man glaubt, vergiftet. Erst sein ältester Sohn, Leopold Joseph Karl, geb. 1679, gest. 1729, gelangte im Ryswijker Frieden 1697 zum Besitz von Lothringen.