Karoline Amalie Elisabeth, Gemahlin König Georgs IV. (s. d.) von Großbritannien und Hannover, zweite Tochter des Herzogs Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig und der Prinzessin Auguste von England, der Schwester Georgs III., war 17. Mai 1768 geboren. Sie verlebte am väterlichen 517 eine zwangvolle Jugend und wurde 8. April 1795 an den Prinzen von Wales verheiratet. Diese Ehe, die der Prinz nur gezwungen einging, konnte nicht glücklich sein. Zwar gebar die Prinzessin 7. Jan. 1796 eine Tochter; doch gleich nach dem Wochenbette trennte sich der Prinz von ihr. Seitdem lebte die Verstoßene auf einem Landhause zu Blackheath. Ehrenrührige Gerüchte veranlaßten 1806 den König, eine Untersuchung über ihr Betragen einleiten zu lassen, das zwar unvorsichtig, aber nicht verbrecherisch befunden wurde. Im J. 1814 erhielt sie die Erlaubnis, nach Braunschweig zu gehen und von da eine größere Reise zu machen. Mit ihrem Günstling, dem Italiener Pergami, besuchte sie Deutschland, Italien, Griechenland, den Archipel und Syrien und lebte dann meist auf einer Villa am Comersee. Als ihr Gemahl 29. Jan. 1820 den Thron bestieg, sollte sie gegen ein Jahrgeld von 50000 Pfd. St. auf den Namen und die Rechte als Königin verzichten und versprechen, nach England nie wieder zurückzukehren; allein sie ging darauf nicht ein, sondern hielt 6. Juni einen triumphierenden Einzug in London. Hierauf trat der Minister Liverpool gegen sie mit einer Anklage auf Chebruch vor das Parlament. Wie viel Anstößiges auch die Verhandlungen zu Tage brachten, so zeigte sich doch die öffentliche Stimme so entschieden zu ihren Gunsten, daß man die schon im Oberhause durchgegangene Strafbill fallen lassen mußte. Indessen wurde ihr, als sich Georg IV. 19. Juli 1821 krönen ließ, die Krönung verweigert. Sie starb 7. Aug. 1821 und wurde zu Braunschweig beigesetzt. Ihre Tochter Charlotte Auguste starb 1817 als Gemahlin des spätern Königs der Belgier, Leopolds I. Vgl. „Histor. Denkwürdigkeiten und Aktenstücke aus dem Leben und über den Prozeß der Königin K. von