FeedKaroline Mathilde
GeschichteBrockhaus 1882

Karoline Mathilde, die Gemahlin König Christians VII. (s. d.) von.Dänemark, geb. 22. Juli 1751, eine Tochter des Prinzen von Wales, Friedrich Ludwig, und Schwester Georgs III. von England, vermählte sich 1766 und gebar 1768 den nachmaligen König Friedrich VI. von Dänemark. Sowohl die verwitwete Großmutter, die Königin Sophie Magdalene, wie die Stiefmutter ihres Gemahls, Juliane Marie, waren der jungen Königin abgeneigt. Als später ihr Gemahl sie weniger aufmerksam zu behandeln anfing, gewann der Leibarzt des Königs, Struensee, ihre Gunst, und ganz in seine Hände sich gebend, wurde sie zuletzt mit in dessen Schicksal hineingerissen. (S. Struensee.) Nach ihrer Verhaftung 17. Jan. 1772 brachte man sie mit ihrer Tochter Luise Auguste, nachherigen Herzogin von Augustenburg, die erst sechs Monate alt war, nach der Festung Kronborg, worauf eine Kommission die Scheidung von ihrem Gemahl aussprach. Nach Übereinkunft zwischen der engl. und der dän. Regierung wurde 2 Celle zum Aufenthalt angewiesen, wo sie 10. Mai 1775 starb. Im Garten in Celle setzten ihr die Landstände des Fürstentums Lüneburg ein Denkmal. Vgl. Lenzen, Die letzten Stunden der Königin von Dänemarko 1775); Heimbürger, «Karoline Mathilder (Celle 1851); Wraxall, Life and times of Caroline Mathilder (3 Bde., Lond. 1864); Jenssen-Tusch, „Die Verschwörung gegen die Königin Karoline Mathilde und die Grafen Struensee und Brandteo (nach dem Dänischen, Lpz. 1864).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 146Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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