Kasimir III. oder der Große, geb. 1309, ein Sohn Wladyslaw Loketeks, zeichnete sich schon unter der Regierung seines Vaters, der ihn zum Regenten von Großpolen gemacht hatte, durch seine Tapferkeit aus. Nachdem er 1333 den Thron bestiegen hatte, schloß er mit dem Könige Johann von Böhmen 1335 auf dem Fürstentage zu Wissegrad Frieden dahin, daß Johann den Titel eines Königs von Polen und alle Anrechte auf Polen aufgab, K. aber auf die schles. Herzogtümer, welche die böhm. Lehnshoheit anerkannten, und auf das Fürstentum Plock verzichtete. Mit den Deutschen Rittern kam er nach langen Zerwürfnissen und mit Hilfe des Papstes im Frieden zu Kalisch 1343 dahin überein, daß diese Kujawien und Dobrzin an Polen zurückgaben, K. ihnen dagegen Pommerellen, Kulm und Michelau überließ. K., der keinen Sohn hatte, wählte 1339 seinen Neffen Ludwig, einen Sohn König Karls I. Robert von Ungarn, zum Nach folger. Nachdem K. 1340 sich Rotrußlands bemächtigt, eroberte er fast ganz Schlesien, von dem er jedoch nur seine Obe behielt, auch brachte er Masovien unter seine Oberhoheit. Im J. 1347 berief er einen Reichstag nach Wislica und beauftragte die erfahrensten Männer des Reichs mit Abfassung eines allgemeinen Gesetzbuchs, an welcher er selbst teilnahm. Mit einigem Erfolge versuchte er die Künste in seine Staaten einzuführen, stiftete Hospitäler und Schulen und legte den Grund zur krakauer Akademie. Er förderte zwar die Einwanderung von Deutschen, verwehrte ihnen aber die Berufung an deutsche Gerichtshöfe. K. starb 1370. Unter seinen Maitressen wird die Jüdin Esther genannt, die ihren Glaubensgenossen die Freiheiten ausgewirkt haben soll, die sie nachher in Polen genossen. Mit K. erlosch in Polen das Geschlecht der Piasten (s. d.).