FeedKinderbewahranstalten
ReligionBrockhaus 1882

Kinderbewahranstalten heißen solche Anstalten, in welche kleine Kinder bis in das dritte oder auch vierte Jahr aufgenommen und während der Tageszeit, wo die Eltern ihren Berufsarbeiten obliegen, bewahrt und gepflegt werden. Die erste dieser Anstalten, die ohne Zweifel an die sog. Krippen (s. d.) anknüpfen, trat in Deutschland durch die Mieteiurihu von Lippe-Detmold 1802 ins Leben. hre Einrichtung diente den Anstalten, die man allmählich anderwärts begründete, zum Muster. Doch unterlagen die neugestifteten Bewahranstalten, nach den Erfahrungen, die man im Laufe der Zeit sammelte, manchen Verbesserungen. Die gegenwärtigen Anstalten, zum größten Teil ein Werk der Innern Mission und philanthropischer Bestrebungen, stehen meist unter der Aufsicht und Leitung von Frauenvereinen, in Verbindung mit einem Arzte. Fast gleichzeitig mit den Kinderbewahranstalten entstanden die Kleinkinderschulen, die man als eine Fortsetzung jener Anstalten betrachten kann. Dieselben traten, wie die erwähnten Krippen, zuerst in Frankreich (seit 1801) ins Leben, verpflanzten sich bald nach England und Deutschland und sind in den genannten Ländern sehr verbreitet. Selbst in Italien haben sie Eingang gefunden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 276Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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