Knallsäure, Nitrocyanmethan, CII. CNNO. ist im freien Zustande noch nicht dargestellt; ihre Salze von denen das Knallquecksilber und das Knallsilber am bekanntesten sind, leiten sich durch Substitution von ihr ab, indem 1 Atom zweiwertiges Quecksilber oder zwei Atome einwertiges Silber an Stelle der zwei Wasserstoffatome treten. Knallsilber existiert in zweierlei Arten. Das Howardsche oder Brugnatellische K. ist knallsaures Silber und wird auf ähnliche Weise wie das Knallquecksilber bereitet, nur daß man statt des Quecksilbers Silber anwendet; es ist ein viel heftiger wirkendes Präparat als jenes. Die Darstellung desselben erfordert die größte Vorsicht, da es nicht allein im trockenen Zustande durch Schlagen, Reiben und Erhitzen mit furchtbarer Heftigkeit explodiert, sondern selbst im feuchten Zustande oft durch die geringfügigsten Umstände verknallt und alles ringsumher zertrümmert. Wegen seiner zu großen Explosionsfähigkeit und damit verbundener Gefahr kann es nicht zur Füllung der Zündhütchen benutzt werden. Dagegen verwendet man es zu einigen Spielereien, wie Knallerbsen, Knallfidibus u. s. w. Das Bertholletsche Knallsilber (ogl. Bd. II, S. 879), durch Digestion von frisch gefälltem Silberoxyd mit Ammoniakflüssigkeit dargestellt, bildet ein schwarzes krystallinisches Pulver und explodiert noch heftiger als die vorstehende Verbindung, 4 schon durch Berührung mit einer Feder unter Wasser.