Knallquecksilber, knallsaures Quecksilberoxyd, Howards Knallpulver oder Mercuridfulminat, ist ebenso wie das knallsaure Silberoxyd und das entsprechende Kupfer- und Zinkpräparat eine Verbindung des betreffenden Metalls mit Knallsäure. Das K. wird bereitet, indem 3 Teile Quecksilber mit 36 Teilen Salpetersäure von 1,4 spezifischem Gewicht ohne Erwärmung in einem geräumigen Gefäß gelöst und 17 Teile Alkohol von 90 zugefügt werden; bald tritt lebhafte Reaktion der Masse ein, wobei noch 17 Teile Alkohol zuzusetzen sind. Beim Erkalten scheidet sich K. aus und erscheint in weißen, durchsichtigen, seidenglänzenden Krystallnadeln, welche am Lichte braungrau werden und sich wenig in kaltem, leichter in heißem Wasser auflösen. Bei der Bereitung ist große Vorsicht nötig. Es verpufft mit betäubendem Knalle beim Reiben, Schlagen, durch den elektrischen Funken, durch den Funken aus Stahl und Stein, durch konzentrierte Schweselsäure, durch brennenden Zunder und selbst durch einen gewissen Grad von Erhitzung. Es entzündet sich rascher als das beste Schießpulver und hat eine ohne Vergleich größere forttreibende Kraft als dieses. Durch Befeuchtung verliert es sehr an entzündlicher Kraft; mit 30 Proz. Wasser kann es auf einer marmornen Tafel durch einen hölzernen Stempel ohne alle Gefahr gerieben werden. Zur Bereitung der Zündhütchen empfiehlt sich am meisten ein Gemenge aus zehn Teilen K. und sechs Teilen feinem Schießpulver.