FeedKnapp (Georg Christian)
ReligionBrockhaus 1882

Knapp (Georg Christian), prot. Theolog, geb. 17. Sept. 1753 zu Halle, wo sein Vater, Jo hann Georg K., Direktor des Waisenhauses war, genoß den Unterricht im dortigen Pädagogium, bezog daselbst 1771 die Universität, 1774 die zu Göttingen und habilitierte sich 1775 in Halle, wo er 1777 außerord., 1782 ord. Professor der Theologie wurde. Er starb als Senior der Universität und Direktor des Pädagogiums und des Waisenhauses 14. Okt. 1825. K. bekannte sich zu einem rationalen Supranaturalismus und suchte die Offenbarung mit der theoretischen und praktischen Vernunft in Üübereinstimmung zu bringen. Von seinen Schriften sind hervorzuheben: die übersetzung der Psalmen (Halle 1777; 3. Aufl. 1789), seine Ausgabe des griech. Neuen Testaments (Halle 1797; 3. Aufl. 1824), die Sammlung seiner «Scripta varii argumentid (Halle 1805; 2. Aufl., 2 Bde., Halle 1823), in der sich auch seine treffliche Narratio de Justo Jonay (Halle 1817) befindet, und Vorlesungen über die christl. Glaubenslehres (herausg. von Thilo, 2 Bde., Halle 1827). Knapp (Ludw. Friedr.), Chemiker, geb. 22. Febr. 1814 zu Michelstadt im Odenwald, erhielt seine Gymnasialbildung zu Darmstadt, lernte dann als Apotheker und studierte seit 1835 unter Liebigs Leitung zu Gießen, sowie später zu Paris Chemie. K. habilitierte sich 1838 für reine und angewandte Chemie zu Gießen, widmete sich aber bald ausschließlich der letztern, und wurde 1841 zum außerord. und 1848 zum ord. Professor befördert. Im Dez. 1853 folgte er einem Rufe als ord. Professor bei der staatswirtschaftlichen Fakultät und Betriebsbeamter der königl. Porzellanmanufaktur nach München, wo er im Mai 1856 zum Inspektor der letztern ernannt wurde. Seit 1863 wirkt er als Professor der technischen Chemie an der Polytechnischen Schule zu Braunschweig. K.s Hauptwerke sind das «Lehrbuch der chem. Technologiev (2 Bde., Braunschw. 1847; 3. Aufl. 1865 — 74), die Technolog. Wandtafeln o (16 Lfgn., Münch. 1855—62) und die deutsche Bearbeitung von Percys «Metallurgiey (2 Bde., Braunschw. 1863 78). Georg Friedrich K., Sohn des vorigen, Statistiker, geb. 7. März 1842 zu Gießen, besuchte das Gymnasium zu München, studierte daselbst, in Berlin und Göttingen Nationalökonomie und lernte die praktische Statistik unter E. Engels Leitung in Berlin kennen. K. war 1867—74 Vorstand des Statistischen Bureau der Stadt Leipzig und 1869—74 außerord. Professor daselbst; seit 1874 ist er ord. Professor in der jurist.⸗staatswissenschaftlichen Fakultät zu Straßburg. Er schrieb: «Ermittelung der Sterblichkeit‘ (Lpz. 1868), ⸗Sterblichkeit in Sachseno (Lpz. 1869), «Theorie des Bevölkerungswechsels »(Braunschw. 1874) u. a.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 362Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Religion 6