Knapp (Ernst Martin Christian Ludw.), Bruder von Ludw. Friedr. K., jurist. Schriftsteller und Dichter, geb. 20. Febr. 1821 zu Darmstadt, studierte die Rechte und habilitierte sich dann zu Heidelberg. Er veröffentlichte ein Heft Gedichte unter dem Titel (Heidenlieder» (Mannh. 1848) und ein «System der Rechtsphilosophieß (Erlangen 1857). K. starb 8. Nov. 1858 zu Darmstadt. Knappe, Schildknappe, auch Knecht oder Wapener, hieß im Mittelalter derjenige, welcher unter der Leitung und im Dienste eines wirklichen Ritters für den Krieg und das Ritterspiel sich ausbildete. Während anfangs, um K. zu werden, bloß die Nachweisung freier Geburt und des zum Ritterstande nötigen Lebensunterhalts erfordert wurde, verordnete Kaiser Friedrich II., daß fortan nur solche als K. aufgenommen werden sollten, die von Rittern geboren oder vom Kaiser ihrer Verdienste wegen mit diesem Rechte würden begünstigt werden. Der K. war bloß mit Schwert und Streitaxt bewaffnet. Er hatte die Aufsicht über die Pferde und Waffen seines Herrn, begleitete denselben in den Krieg und mußte sich stets in dessen Nähe halten, indem er den Schild trug und im Kampfe ihm frische Waffen reichte. Daheim aber bediente er den Herrn bei Tafel und sonst. Vom Ritter hing es ab, ob und wann dem K. der Ritterschlag erteilt werden sollte; dies geschah meist im 21. Jahre.